Archiv

Träff 55 plus vom 28. Januar 2020 - KESB

Kurzbericht über Vortrag von Gerichtspräsident Patrick Jegge zum Thema KESB

Im vollbesetzten Saal der Alten Kirche Würenlos referierte Gerichtspräsident Patrick Jegge, Baden, ausführlich und informativ über die Institution KESB. Er verstand es, überzeugend darzulegen, dass der KESB im Kanton Aargau durchaus das Vertrauen entgegengebracht werden kann und unsere Gemeinde Würenlos und die KESB in Baden gut zusammen arbeiten. Das scheint nicht in allen Kantonen gleich gut zu funktionieren und kann zu den bekannten negativen Schlagzeilen führen. Die Gemeindebehörden kennen die Verhältnisse ihrer Bürger persönlich und sollten deshalb in jedem Fall erstinstanzlich einbezogen werden bei einem Einsatz der KESB.

Jegge betonte im Besonderen, wie wichtig sei es, eine Patientenverfügung sowie einen Vorsorgeauftrag zu hinterlegen für den Fall der Urteilsunfähigkeit und man seine Angelegenheiten nur teilweise oder gar nicht mehr besorgen respektive keine Vollmacht mehr erteilen kann. Die KESB tritt nur in Aktion, wenn nichts geregelt ist und kein Ehegatte / eingetragener Partner oder keine Kinder / Angehörige stellvertretend handeln können. Für das Verfassen des Vorsorgeauftrages sowie der Patientenverfügung solle man zusammensitzen mit der Familie / seinen Angehörigen und alles gemeinsam besprechen, das sei immer das Beste.

Nachdem Patrick Jegge am Schluss seiner Präsentation noch viele Fragen aus dem Publikum zu beantworten hatte, wurde beim anschliessenden Apéro über dieses komplexe Thema noch rege diskutiert. Das Echo über Jegges Aufklärungen war durchwegs positiv.

Alexandra Zihlmann

Patrick Jegge

Träff 55 plus vom 25.11.2019 mit Charly Schmid

Der Verein Alterszentrum Würenlos lockte viele SeniorInnen in die Alte Kirche zum Träff 55 plus mit dem Referenten Charly Schmid, der aus seinem facettenreichen Leben erzählte. Geboren 1955, wuchs er mit seiner Schwester in Baden-Rütihof auf. In der Kadettenschule lernte und liebte er die Disziplin, die hier gefordert wurde und nach einer Lehre als Maschinenschlosser bei der BBC rückte er in die Polizeischule Zürich ein.

Als junger Polizist musste er bald die ersten Todesfälle verarbeiten, damals noch ohne psychologische Betreuung. In den 70er bis 80er Jahren sorgte die Alfa-Bande und die Rote Armee Fraktion (RAF) für Schlagzeilen. Tötung von Hans Martin Schleyer und Siegfried Buback in Deutschland. Später machten sie Banküberfälle in der Schweiz, so 1980 bei der ZKB in Wollishofen, wobei ein Polizeikollege sein Leben lassen musste. Bei einer Schiesserei im Shop-Ville Zürich wurde ein Polizist und Klassenkamerad so schwer verletzt, dass er erst nach langer Rekonvaleszenz-zeit den Dienst wieder aufnehmen konnte.

Als Sicherheitsbeamter bei der Swissair flog Schmid in gefährdete Gebiete. Dann begannen die Opernhauskrawalle und es mussten Tausende von Überstunden geleistet werden, um die Demonstranten zu zügeln. Mit dem Bereitstellen der Roten Fabrik für alternative kulturelle Aktivitäten beruhigte sich die Lage dann langsam. Die Drogenszene beim Platzspitz und später beim geschlossenen Bahnhof Letten erforderte hohe Polizeipräsenz Tag und Nacht.

Schmid heiratete 1982 und unternahm mit seiner Frau viele schöne Reisen bis sie vor vier Jahren nach schwerer Krankheit leider verstarb.

2008 erhielt die Stapo Zürich im Hinblick auf die Fussball-Europameisterschaft eine hochmoderne Einsatzzentrale. Schmid wurde zum Chef Einsatzleiter gewählt und arbeitete mit einer Super-Mannschaft bis zur Pensionierung dort. An einen Berufswechsel habe er nie gedacht, auch unter den widrigsten Umständen nicht.

Heute geniesst er den Ruhestand mit seiner lieben Partnerin und seinen Angehörigen im Haus am Buechzelgliring.

Nach einem kräftigen Applaus für den äusserst interessanten Lebensbericht wurden beim Apéro noch rege Gedanken ausgetauscht. Wir dürfen dankbar wertschätzen, eine Polizei zu haben, die sich einsetzt für den Schutz für uns Bürger und oft unter Lebensgefahr an vorderster Front für Ruhe und Ordnung sorgt in unserem Land.

Alexandra Zihlmann

Träff 55 plus mit Alt-Grossrätin Katharina Blickenstorfer

Alt-Grossrätin Katharina Blickenstorfer berichtete als wahre Powerfrau in der Alten Kirche aus ihrem Leben. Geboren 1934 wuchs sie in Zürich auf. Ihr Vater wurde 1939 in den Aktivdienst eingezogen. Sie erinnere sich noch gut, wie am Sonntagmorgen des 4. März 1945 Bomben auf die Landwirtschaftliche Schule Strickhof in Zürich fielen und es fünf Tote und 15 Verletzte gab. Nicht auszudenken, wenn die Bomben in der vollbesetzten Kirche nebenan explodiert wären.

Katharina Blickenstorfer besuchte nach der Schulzeit die Handelsschule und arbeitete in der Verwaltung der Kreistelefonzentrale. Dort lernte sie ihren Mann Rolf kennen und sie heirateten im Jahre 1961. Die Geburten von Urs und Beat machten das junge Glück perfekt. Ihr Mann wurde Kaufmännischer Leiter bei Huba Control und die Familie zog von Stäfa nach Würenlos.

1979 übernahm sie das Präsidium des ref. Frauenvereins. 20 Jahre war sie in der Altersheimkommission tätig. Als Mitglied des Schweiz. Landesrings wurde sie von der Wettinger Partei auf die Grossratsliste gesetzt und rückte 1979 nach für Toni Käppeli. Die Arbeit im GR bereitete ihr grosse Freude. Es oblagen ihr der Gewässerschutz, Umweltschutz, Geschäftsprüfungskommission, Renovationen historischer Bauten, die Landwirtschaftsschule Liebegg, die Frauenzentrale Aargau und das neue Zivilschutzgesetz.

Als Präsidentin der Bezirkspartei des Landesrings Baden mit 250 Mitgliedern und Einsitz in der europäischen Frauenunion des Europarates war sie voll ausgelastet. Nach acht Jahren im GR trat sie zurück.

Beim Roten Kreuz in Baden amtete sie daraufhin als Geschäftsführerin. Die vielseitigen Aufgaben verstand sie als Dienst an den Menschen und bereiteten ihr grosse Befriedigung.

Mit einem grossen Applaus verdankten die zahlreichen Anwesenden der Referentin ihren sehr beeidruckenden Rückblick aus einem reich erfüllten Leben einer Frau, die sich mit viel Herzblut für unsere Gesellschaft engagiert hat. 

Alexandra Zihlmann

Träff 55 plus mit Anton Möckel sen. vom 27. Mai 2019

Der Verein Alterszentrum Würenlos lud zu einem Filmvortrag von alt Gärtnermeister Anton Möckel ein. Ein Film über die Entwicklungsgeschichte der Gartenkunst, den Möckel über viele Jahre mit  Sorgfalt und Fachwissen auf seinen Reisen mit seiner Familie nahezu rund um die Welt gedreht hat. Er beinhaltet eine besondere Auswahl von den schönsten Anlagen aus der Gartenkunstgeschichte aus verschiedenen Epochen. Die Zuschauer werden durch die Gärten geführt mit informativen gesprochenen Erläuterungen und passender Musik. Beginnend mit Kunstbildern vom Paradies, geht es weiter zu den  Hängenden Gärten von Babylon, den Ägyptischen und Persischen Gärten, den prunkvollen, sich gegenseitig übertreffenden Gärten der Schlösser in Europa in Barock und Rokoko, den Klostergärten und fernöstliche Gärten, dem Landschaftsgarten bis hin zum Bauern- und Naturgarten. Die Sehnsucht nach einem paradiesischen Garten ist über alle Jahrhunderte geblieben. Wer Freude am Gärtnern hat, kann auch bei sich zu Hause in seinem Garten, ob gross oder klein, einem Balkon oder einer Terrasse, sich die Natur in die Nähe holen zum Hegen, Pflegen, Beobachten, Erholen und Träumen.

Beim anschliessenden Apéro wurde wie gewohnt frohe Geselligkeit gepflegt und rege Gedanken ausgetauscht.                                                           

Alexandra Zihlmann

Träff 55 plus vom 25.3.19 mit Bruno Brader

 

Als wahres Multitalent entpuppte sich Bruno Brader in der Alten Kirche. Zwischen seiner Erzählung aus seinem vielseitigen Leben sang er als Prinz von Arkadien aus der Operette „Orpheus in der Unterwelt“ und als Minnesänger aus dem Festspiel der 1100 Jahr-Feier.

Geboren am 5.12.39 wuchs Brader mit zwei jüngeren Geschwistern im Albisgüetli in Zürich auf. Er besuchte das Gymnasium in der Klosterschule in Einsiedeln und sang als Sängerknabe im Chor. Bald erkrankte er jedoch an Tuberkulose und musste zur Kur nach Davos. Danach kam er die Sekundarschule in Zürich und anschliessend in die Kunstgewerbeschule und absolvierte eine Schriftsetzerlehre.

In der Tanzschule lernte er seine Frau Vreni kennen und sie bezogen ein Bungalowhaus in Würenlos, wo sie noch heute leben. Zwei Knaben wurden ihnen geschenkt, Reto und Urs.

Brader liebt den Gesang. Er sang im Kirchenchor, später in verschiedenen Operetten. Auch Theaterspielen gehörte zu seinen Hobbys. Unter der Regie von Anneliese Romanelli trat er in mehreren Theatern auf und im Mysterienspiel „Adam wo bist du“ von Josef Rennhard spielte er im Jahr 2001 den Narren.

Auch politisch war Brader als Gemeinderat und Schulpflegepräsident tätig und half bei der Würenloser Ortsgeschichte beim Umbruch mit. Brader übernahm 1980 mit seiner Frau die Offsetdruckerei seines Schwiegervaters und kam als KMU in den Verwaltungsrat der Raiffeisenbank. Ihre Druckerei spezialisierte sich auf die Herstellung von Kreditkarten.

Seine zwei Enkel, Ferien und Reisen seien jetzt im Alter mit seiner Frau das Allerschönste und mit Turnen und Fitnesstraining halte er sich fit. Auch das Kochen zwei Mal die Woche gehöre dazu. In Würenlos fühlen sie sich auch heute noch sehr wohl und gut aufgehoben.

Mit einem kräftigen Applaus wurde Bruno Braders unterhaltsamer Vortrag von den zahlreichen Besuchern herzlich verdankt. Der anschliessende Apéro lud noch zum Verweilen und zur Kontaktpflege ein, was gerne befolgt wurde.

Alexandra Zihlmann

Träff 55 plus vom 28. Januar 2019

Einen vielseitigen Lebenslauf zeichnete Markus Hugi vor zahlreichem Publikum in der Alten Kirche auf. Aufgewachsen ist er mit zwei jüngeren Geschwistern im schmucken Dörfchen Oberwil bei Büren a. A. in einem stattlichen Bauernhaus, das einst als Oelmühle diente. Seit 32 Jahren lebt Hugi glücklich in Würenlos und hat sich über Kommissionen, Schulpflege, Kirchenpflege und seit drei Jahren als Gemeinderat ins öffentliche Leben eingebracht.

Nach der Matur an der Kantonsschule Solothurn absolvierte Markus Hugi an der ETH Zürich ein Physikstudium. Nach Diplomarbeit und Dissertation als Kernphysiker folgte eine zweijährige Postdoc-Stelle an der Indiana University in Bloomington (USA). Anschliessend arbeitete er im Auftrag der University of Alberta in Edmonton (Kanada) für zwei Jahre an der Kernforschungsanlage TRIUMF in Vancouver.

Zurück in der Schweiz, trat er eine Stelle im europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf an. Hier wird am Ursprung des Universums geforscht: Selbst starke Teleskope erfassen die Materie erst 380'000 Jahre nach dem Urknall. Mit der beeindruckenden Einrichtung am CERN gelingt es, Einblick in die allerersten Phasen des Urknalls zu nehmen.

Bei der damaligen Motor Columbus Ingenieurunternehmung, später bei der Nagra und zuletzt beim Ensi befasste sich Hugi während 30 Berufsjahren mit der Sicherheit von geologischen Tiefenlagern. Die radioaktiven Abfälle stammen nicht nur aus Kernkraftwerken, sondern auch aus Medizin, Industrie und Forschung. Bis ein geeigneter Standort für ein Tiefenlager zur Verfügung steht, werden die Abfälle im Zwischenlager in Würenlingen gelagert. Im Felslabor Mont Terri werden seit 30 Jahren wissenschaftliche Experimente durchgeführt, um Informationen über den dort vorkommenden Opalinuston zu gewinnen. Dieses Gestein erfüllt die Anforderung, die radioaktiven Abfälle für mindestens eine Million Jahre sicher einzuschliessen.

Am Schluss durfte Markus Hugi einen langen Applaus für den überaus spannenden Vortrag entgegennehmen.

Alexandra Zihlmann